sehen mit ohren

ulrich troyer

a short sound cut from the cd

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10.- euro plus shipping

"Sehen mit Ohren / Seeing with Ears" is a composition exploring the acoustic perception of architecture. Six blind people living in Vienna discuss their perception of the city, space & architecture. Additional sound materials are various soundscapes of Viennese architecture. Through the techniques of montage, overlay and alienation new acoustic spaces emerge while beginning to warp into dreamlike spaces.

In german language.

The physical release comes as digipak with braille on the front and the audio CD and includes a 24 page booklet with the complete interviews.

Ein Rettungswagen rast vorbei. Der Klang des Folgetonhorns zerreißt den Straßenlärm in Trümmer. Millisekunden präziser Stille. Das abgerissene Echo kristallisiert sich zum Eindruck einer Bahnhofshalle. Tausendfache Schritte ziehen durch das Stereofeld. Entfernte Stimmen.

Abrupt verengt sich die Weite zu einem schmalen Korridor. Das Geräusch der Schuhsohlen auf einem Teppich­boden. Eine Türe öffnet sich.

Fast kann man die Küche sehen und das Fett in der Pfanne riechen.

Sechs blinde Menschen aus Wien erzählen über ihre Wahrnehmung von Architektur, die Bedeutung von Raum und wie sie sich in der Stadt akustisch orientieren. Sie berichten über Schlittschuhlaufen nach akustischen Gesichts­punkten, warum man Postkästen nicht hört oder wie ein Wiener Schnitzel klingt, kurz bevor es anbrennt.

Die Interviewsequenzen werden mit Soundscapes von ebenfalls in Wien aufgenommenen Innen- und Außen­räumen zu einem fraktalen Hörstück verwoben. Raumfolgen werden im Zeitraffer abgebildet, durch Über­lagerung entstehen im Lauf des Stückes neue akustische Räume, die sich traumähnlich zu verformen beginnen. Die Verfremdung von gewohnten Höreindrücken befreit den Soundtrack des Alltags und rückt die Geräusche der Stadt und ihrer Architektur in den Vordergrund. Die MP3-Player können ausgeschaltet bleiben, die Welt ist Musik genug.

Sehen mit Ohren erscheint auf Transacoustic Research, dem Label für gehörbildende Kunst und Wissen­schaft. Es erforscht die Grenzen zwischen der Akustik und ihren Tangentialgebieten: Wissenschaft und Kunst, Alltag und Forschung, Klang und Geräusch, Schall und Licht, akustischen und anderen Formen der Wahrnehmung.

Cover und CD-Aufdruck sind blindengerecht gestaltet. Der Text des Begleithefts kann über eine in Brailleschrift angegebene Emailadresse in digitaler Form angefordert werden.

GesprächspartnerInnen: Beatrix Klinger, Kerstin Tischler, Josef Knoll, Michael Krispl, Otto Lechner und Elisabeth Wundsam

http://www.ulrichtroyer.com/